Rehabilitation

Rehabilitationsmaßnahmen nach operativen Eingriffen, nach endokrinen Therapien oder begleitend zur medikamentösen Maßnahmen werden bei Endometriosepatientinnen noch viel zu selten verordnet und durchgeführt:

Für Anschlussheilbehandlungen (AHB) gelten spezielle Voraussetzungen:

  • die AHB erfolgt im Anschluss an eine stationäre Behandlung im Akutkrankenhaus
  • sie wird normaler Weise organisiert durch den Sozialdienst des Akutkrankenhauses
  • sie muss innerhalb von 14 Tagen nach der Krankenhausbehandlung angetreten werden
  • sie wird in speziell zugelassenen AHB-Kliniken durchgeführt:

für gynäkologische Erkrankungen sind diese in:

  • 06905 Bad Schmiedeberg (Zertifiziert für Endometriose)
  • 08645 Bad Elster
  • 23909 Ratzeburg (Zertifiziert für Endometriose)
  • 23611 Bad Schwartau (Zertifiziert für Endometriose)
  • 32105 Bad Salzuflen
  • 36129 Gersfeld
  • 65388 Schlangenbad (Zertifiziert für Endometriose)
  • 88339 Bad Waldsee (Zertifiziert für Endometriose)

Für die AHB "Gynäkologische Krankheiten und Zustand nach Operation" gelten folgende Indikationen:

  • Zustand nach erweiterten vaginalen oder abdominalen Operationen
  • bei kompliziertem Verlauf (z.B. Peritonitis, intraabdominale Infiltrate, Abszesse und/oder Harninkontinenz)
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Weitere Möglichkeiten, die eine AHB erforderlich machen könnten, wären z.B.:

  • multiple peritoneale Aussaat von Endometrioseherden
  • ausgeprägter Adhaesionssitus mit aufwendiger Adhaesiolyse
  • Wundheilungsstörungen
  • Eingriffe am Darm
  • erhöhter intraoperativer Blutverlust
  • Zweiteingriffe wegen postoperativer Komplikationen)
Reha-Konzept bei Endometriose

Die Situation der Endometriosepatientinnen ist gekennzeichnet durch medizinische, psychische und soziale Problemstellungen, deren Dynamik verschärft wird durch die Tatsache, daß genitale Erkrankungen gesellschaftlich weitgehend tabuisiert sind und somit nur schwer kommuniziert werden können. Folge sind soziale Isolierungstendenzen verbunden mit einem hohen und oft unrealistischen Anspruch an die Arzt-Patientinnenkommunikation in der gynäkologischen Sprechstunde. Der chronische, oft unvorhersehbare Krankheitsverlauf führt zu Unsicherheit und Hilflosigkeit bei Ärzten und Patientinnen.

In den Kliniken am Burggraben wurden psychoedukative Schulungseinheiten für Endometriosepatientinnen entwickelt, die sich mit der Anatomie, der Pathologie, der Physiologie, dem Schmerz und der Therapie befassen. Weiterhin gibt es eine Einheit für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Schulungen finden 2 mal wöchentlich in der Gruppe statt. Die Ärztin bzw. die Psychotherapeutin verstehen sich als Moderatorinnen des Gruppenprozesses.
In jeden Themenbereich werden die Erfahrungen der Patientinnen zu Grunde gelegt. Mit Hilfe konsequenter Nutzung nicht-medizinischer (laiengerechter) Sprach- und Erklärungsmuster entstehen profunde Kenntnisse über die Zusammenhänge der Erkrankung . Besonders in den therapeutischen Schulungseinheiten wird dem Erfahrungsaustausch unter den Patientinnen breiten Raum gegeben. Naturheilkundliche und sogenannte alternative Therapieverfahren werden diskutiert und in den Orientierungsrahmen miteinbezogen.
Damit wird in der Endometriose-Rehabilitation ein wichtiger Beitrag geleistet zur Compliance der Patientinnen und zur Stabilisierung der Arzt-Patientinnen-Kommunikation.Die ressourcenorientierte Vorgehensweise implementiert ergänzend Selbstheilungskompetenzen und wirkt Chronifizierungsprozessen entgegen.